Künstliches Kniegelenk nach Maß

Bislang wird ein Kunstknie anhand eines herkömmlichen Röntgenbilds und mit Hilfe von so genannten „Röntgenschablonen“ geplant. Die eigentliche Anpassung des Knies erfolgt während der Operation. Mit der neuen VISIONAIRE Technologie werden im Vorfeld individuelle Schnittschablonen für den Patienten hergestellt: Für eine patientenschonendere Operation und ein präziseres Ergebnis.

Jedes Kniegelenk ist anders
Naturgemäß ist jeder Patient, der an Kniearthrose leidet, anders: Seine Anatomie, seine Knochenqualität und sein Krankheitsbild bestimmen die individuelle Versorgung mit einem Kunstgelenk, der „Endoprothese“.

Der medizinisch-technische Fortschritt der vergangenen Jahre hat zur Entwicklung differenzierter Endoprothesenmodelle geführt, die stärker auf individuelle Krankheitsbilder eingehen und Lösungen für seltenere, z.B. lokale Arthroseschäden am Knie bieten können. Bei so vielen Versorgungsoptionen ist die vorbereitende Planung des Eingriffs durch den Operateur ein wichtiger Erfolgs-Faktor: Wie sind die anatomischen Verhältnisse? Welches Implantat ist „das richtige“? Welche Implantatgröße ist die passende?

Bisher plant der Operateur den Eingriff anhand eines herkömmlichen Röntgenbilds und mit Hilfe von so genannten „Röntgenschablonen“, die er vom Implantat-Hersteller erhält: Sie werden auf das Röntgenbild ausgerichtet, so dass der Arzt aufgrund seiner Erfahrung die passende Implantatgröße abschätzen kann. Die endgültige Festlegung auf Implantatmodell und Größe erfolgt jedoch meist während der Operation. Dort erst sieht der Operateur den genauen Zustand des Knies. Danach erfolgt die Anpassung des Implantats an die Anatomie des Patienten mit Hilfe einer Reihe von speziellen Instrumentarien.

VISIONAIRE: Buchstäblich auf den Patienten zugeschnitten
Für die Planung vor dem Eingriff erhält der Operateur mit der neuen VISIONAIRE Technologie eine wertvolle Unterstützung. Sie gibt dem Operateur im Vorfeld wichtige Zusatzinformationen, ermöglicht eine noch präzisere Planung des Eingriffs und reduziert während der Operation die Belastungen für die Patienten.

Neben einer Ganzbein-Röntgenaufnahme im Stand wird für VISIONAIRE zusätzlich eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) des Kniegelenks benötigt. Wie das Röntgen zählt die MRT zu den „bildgebenden Verfahren“. Ohne Strahlenbelastung, sondern unter Nutzung von Magnetfeldern und Radiowellen wird das Knie digital in Schichtaufnahmen abgebildet.

Die Aufnahmen ermöglichen die präoperative Berechnung der mechanischen Beinachsen und eine präzise dreidimensionale Darstellung der individuellen Patientenanatomie. Beides ist für die korrekte Platzierung eines Implantats sehr wichtig.

So sind mit Hilfe dieser Aufnahmen z.B. so genannte „Osteophyten“ im Vorfeld des Eingriffs zu erkennen, die ein wesentlicher Bestandteil der individuellen Knieanatomie sind. Osteophyten sind Knochenneubildungen, mit denen der Körper vergeblich versucht, die Auflagefläche des verschlissenen Gelenks zu verbreitern und den Auflagedruck zu mindern. Während diese Wucherungen bei dem herkömmlichen Vorgehen erst während der Operation vollständig erfasst werden können, werden sie mit Hilfe der VISIONAIRE Technologie bereits im Vorfeld der Operation wahrgenommen und eingeplant.

Auf Basis der individuellen Röntgen- und MRT-Aufnahmen werden Schnitt-Schablonen aus medizinischem Nylon-Kunststoff hergestellt, die genau an die individuelle Knieanatomie des jeweiligen Patienten angepasst sind.
Ein Großteil der Anpassung des Implantats an den Knochen findet also vor und nicht während der Operation statt. So kann der Operateur mit Hilfe dieser Schablonen das Knie für die Implantation vorbereiten und das Kunstgelenk präzise an den Beinachsen ausrichten. Das Ergebnis: Das ausgewählte Implantatmodell sitzt wie angegossen.


Vorteile für den Patienten liegen auf der Hand
Durch die exakte Bestimmung der Anatomie ist ein noch besseres Operationsergebnis und eine längere Haltbarkeit des Kniegelenks zu erwarten, denn die exakte Ausrichtung an den Beinachsen sorgt für ein natürliches Bewegungsgefühl, eine korrekte Beinlänge und eine gleichmäßige Belastung des Kunstgelenks.

Bei Verwendung der VISIONAIRE Technologie können viele, bisher mit Standard-Instrumenten notwendige Operationsschritte wegfallen, da die individuellen VISIONAIRE Schablonen den Instrumentenbedarf deutlich verringern. Das verkürzt die Dauer der Operation auf patientenschonende Weise: Der Patient benötigt weniger Narkosemittel und verliert weniger Blut, auch die intraoperative Infektionsgefahr verringert sich. Außerdem kann durch die wegfallenden OP-Schritte gewebeschonender operiert werden, das Komplikationsrisiko wie z.B. Fettembolien verringert sich.

Der Operateur hat immer das letzte Wort
Die VISIONAIRE Technologie unterstützt den Operateur, kann seine Erfahrung aber niemals ersetzen. Bei der Fertigung der individuellen Schablonen und während des Eingriffs hat der Arzt immer das letzte Wort: Gerade bei schwierigen anatomischen Verhältnissen und bei unvorhergesehenen Fällen muss er die Möglichkeit haben flexibel zu reagieren.

Vorteile der VISIONAIRE Technologie für den Patienten:

  1. Verbesserung des Operationsergebnisses
  2. Erhöhung der Langlebigkeit des künstlichen Gelenkes
  3. Patienten- und gewebeschonendes Operationsverfahren
  4. Minimierung der allgemeinen Operationsrisiken
  5. Verkürzung der Operationszeit
  6. Reduktion der Narkosemedikamente
  7. Verringerung des Blutverlusts während der Operation
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