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Polyethlen (UHMW-PE)

Beim künstlichen Kniegelenkersatz ist Polyethylen als Gleitkomponente das Material der Wahl. Anders als bei künstlichen Hüftgelenken kommen hier so genannte Hart-/Hart-Paarungen, also Metall-/Metall oder Keramik-/Keramik-Paarungen nicht zum Einsatz.

Die Herstellung erfolgt analog der für Hüftimplantatae verwendeten Verfahren. Lesen Sie hier mehr: Polyethylen (Hüfte).

Bei der Herstellung stellt ein für die Haltbarkeit wesentlicher Faktor das Sterilisationsverfahren dar. Die Implantate müssen für den Einsatz im menschlichen Körper vollständig keimfrei gemacht werden. Sehr verbreitet werden hierbei heute Gammastrahlen eingesetzt. Das Material wird also über eine gewisse Zeit und mit einer definierten Dosis Gammastrahlen ausgesetzt und so keimfrei gemacht. Anschliessend wird es in so genannten Reinräumen verpackt.

Beim Polyethylen führt dieses sonst bei allen anderen Materialien so zuverlässig und wirkungsvolle Verfahren zum Aufbrechen der Molekularketten was sich sehr nachteilig auf die Haltbarkeit auswirkt.

Wie so etwas nach 14 Jahren im Vergleich aussehen kann , sehen Sie an den abgebildeten Polyethylen-Aufnahmen eines unbehandelten (links) und eines mit Gammastrahlen sterilisierten Polyethylens (rechts).

Als Alternative zur Gammastrahlenbehandlung wird die Behandlung mit Inertgas eingesetzt. Das Verfahren ist technisch aufwändiger und kostenintensiver - vermeidet aber das nachteilige Aufbrechen der empfindlichen Molekularketten.


Verwendung:




PE- Einsatz als Gleitkomponente Oberschenkel und Unterschenkel.



Molekülkette von unbehandeltem PE.



Molekülketten von Gammastrahlen behandeltem PE werden aufgebrochen.



Zerfall durch Sauerstoffaufnahme
Links: Unsterilisiert. Rechts: Gamma Strahlen steriliesiert - 14 J.

Collier et al - 1995 Hip Society Otto Aufranc Award

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