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FAQ - Frauenknie

Frauen leiden häufiger unter Arthrose am Kniegelenk als Männer - aber warum?

Es stimmt; jedes Jahr erkranken viele Menschen an Arthrose im Kniegelenk - und Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Haben Frauen ein anderes Bewegungsmuster? - nein, ganz sicher nicht. Sind ihre Knochen anders geformt? - ja, vielleicht ein klein wenig, wobei dass nicht bedeutet, dass die Knie der Frauen auch ein klein wenig anders behandelt werden müssten.
Ein Zahnarzt empfiehlt seiner Patientin auch nicht zu einer etwas anderen Keramik beim Zahnersatz, nur weil die Kiefer von Frauen durchschnittlich etwas kleiner sind als die der männlichen Patienten.

Fest steht hingegen, dass mit zunehmendem Alter der Frauenanteil in der Bevölkerung deutlich höher ist und so ist es verständlich, dass bei ihnen häufiger ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wird als bei Männern.

Seit einigen Monaten berichten die Medien regelmäßig über ein Kniesystem speziell für Frauen. Folgt man den Argumenten dieser Berichte, so könnten Frauen mit einem Prothesensystem, speziell abgestimmt auf die weibliche Knochenform, besser versorgt werden. Zugegeben, das klingt in sich durchaus schlüssig, aber bei einer zweiten Betrachtung ergibt sich doch sehr schnell die folgende Fragestellung:

Sind all jene Frauen, die in den letzten 25 Jahren eine Knieprothese erhalten haben, welche sowohl bei Frauen als auch bei Männern eingesetzt wurde, schlechter versorgt worden als die männlichen Patienten?

 Es gibt hierzu Studien, die darauf klar mit einem NEIN antworten. Mehr noch - interessanterweise sind die wegen Kniearthrose operierten Frauen nach der OP prozentual häufiger zufrieden als die Gruppe der männlichen Patienten. Darüber hinaus klagen Frauen nach einer Knieoperation seltener über Komplikationen als das so genannte starke Geschlecht. Und man kann an dieser Stelle auch klar herausheben, dass die Anatomie der weiblichen Kniegelenke auch schon vor 25 Jahren bekannt war.
Natürlich ist nicht jeder Patient mit dem Ergebnis seiner Operation voll zufrieden. Das betrifft jedoch Frauen wie Männer gleichermaßen und wird nicht durch z.B. die anatomische Breite ihrer Kniescheibe beeinflusst.

Nach welchen Kriterien beurteilen Patienten heute, ob sie nach ihrer Operation zufrieden sind oder nicht. In erster Linie sind das die gewünschte Schmerzfreiheit, die verbesserte Beweglichkeit, die Stabilität des Gelenkes und langfristig natürlich, wie lange die Prothese funktioniert. Letzterer Punkt ist so wichtig, weil Prothesen im Laufe der Jahre durch Beanspruchung verschleißen - wie auch unsere natürlichen Kniegelenke. Dieser Verschleiß zeigt sich in Form von Abrieb der Prothesenanteile. Gelingt es den Abrieb zu unterdrücken oder zumindest zu minimieren, stehen die Chancen auf eine sehr lange Haltbarkeit der Prothese sehr gut. Und schließlich beurteilen Patienten vielleicht auch die Beratung, die sie in Vorgesprächen mit ihrem Arzt erfahren haben. Habe ich als Patient das Gefühl, dass mein Arzt mir alles eventuell Wichtige erzählt hat. Das zu beurteilen ist natürlich sehr schwer, denn es handelt sich hierbei um ein subjektives Gefühl, welches nicht durch nachmessbare Fakten belegt werden kann. Dennoch, kein Patient möchte gern 2 Monate nach seiner Knieoperation in der Zeitung oder dem Fernsehen erfahren, dass es bereits "seit Jahren" ein besonders Erfolg versprechendes Material zur Minimierung von Abrieb gibt, welches bei ihm aber leider nicht benutzt wurde.


Vier Schlüssel zur erfolgreichen Knieimplantation

1. Nicht zögern

 Zögern Sie nicht zum Arzt zu gehen, wenn Sie wiederholt Schmerzen bei alltäglichen Dingen wie Gehen, Treppensteigen oder auch die Benutzung eines Fahrrades haben. Auch die so genannte Morgensteifigkeit in den Knien könnte ein Hinweis auf eine beginnende Arthrose sein.
Bedenken Sie, dass zu langes Hinauszögern eines Arztbesuches im Fall einer vorliegenden Arthrose Ihren Knochen unnötig schädigt. Arthrose ist eine zwar schleichende Erkrankung - aber - sie schleicht voran und zwar jeden Tag ein ganz kleines Stückchen.
Informieren Sie sich über die Rubrik: Arzt-/Kliniksuche

2. Design des Kniesystems

 Ein künstliches Gelenk sollte in der Lage sein, auf unterschiedliche Knochen- größen individuell einzugehen. Moderne Kniesysteme, wie z.B. das GENESIS II oder das JOURNEY System, sind dazu in der Lage, weil sie mit einer Vielzahl fein aufeinander abgestimmter Größen ausgestattet sind. 9 - 10 unterschiedliche Größen stehen dem Operateur bei diesen Systemen zur Verfügung, um für jeden Patienten das richtige Implantat zu finden; ganz gleich, ob es sich um den eher kleinen, filigranen Knochen einer Frau oder um den zum Teil sehr kräftigen Knochen eines Mannes handelt. Umso mehr Größen ein Kniesystem besitzt, desto weniger Knochen muss vom Operateur während der OP entfernt werden. Man stelle sich einen Schuhverkäufer vor, der mit einem Modell erfolgreich sein muss, welches nur in 3er Sprüngen zur Verfügung steht. (Gr. 36, 39, 42 oder 45) Einige Kunden bekämen einen zu großen bzw. zu kleinen Schuh... wer wäre damit zufrieden.

Ein Prothesensystem sollte die natürliche Anatomie möglichst exakt nachahmen. Moderne Systeme haben aus diesem Grund anatomische Rechts- und Links-Komponenten, und zwar für den Ober- und Unterschenkel sowie eine anatomische Kniescheibenführung.

Die neueste Entwicklung stellen so genannte bewegungsgeführte Kniesysteme dar. Erklärtes Ziel hierbei ist es, dem Patienten seine natürliche Bewegungsfreiheit wiederzugeben und das von Patienten immer wieder beschriebene Prothesengefühl weitgehend auszuschalten.
Lesen Sie hier mehr zu JOURNEY Kniesystem

3. Material des Kniesystems

In der Endoprothetik wird dafür seit über 20 Jahren mit Materialien wie Metall (Kobalt-Chrom), Keramik (Aluminiumoxyd) und Kunststoff (Polyethylen) gearbeitet. Kunststoff wird sowohl bei Knie- als auch bei Hüftgelenken dazu verwendet, die Metallanteile einer Prothese voneinander zu trennen. Es befindet sich immer zwischen den Metallkomponenten und verhindert, dass Metall gegen Metall reibt. Doch obwohl diese Materialien sehr gute Eigenschaften haben, ist ihre Lebensdauer begrenzt. Besonders der Kunststoffanteil einer Prothese unterliegt im Laufe der Jahre einem zunehmenden Verschleiß durch Abrieb. Abrieb wiederum ist die Hauptursache dafür, dass Prothesen nach Jahren irgendwann auslockern und in zum Teil schwierigen Revisionsoperationen ersetzt werden müssen. Nach Schätzungen sind ca. 75 % aller Wiederholungsoperationen auf den Abrieb von Prothesen zurückzuführen. Ein zusätzliches Problem ist zudem, dass immer mehr Patienten allergische Reaktionen zeigen; bei Prothesen besonders auf das in Kobalt-Chrom enthaltene Nickel.

Eine Neuerung, welche in Bezug auf die Haltbarkeit und Verträglichkeit der Prothesen völlig neue Maßstäbe setzt, ist die Verwendung des Werkstoffes OXINIUM.
OXINIUM ist ein neues, einzigartiges Material, dessen Entwicklung mehr als zehn Jahre gedauert hat und seitdem bereits über 160.000 Mal erfolgreich in Operationen zum Einsatz kam. OXINIUM ist eine Metall-Legierung, deren Oberfläche in eine Keramik umgeformt wird, um so eine besonders harte, abriebfeste und gleichzeitig bruchsichere Oberfläche zu erhalten. Mit OXINIUM ist es erstmalig möglich, die Vorteile von Keramik (Abriebresistenz) und Metall (Bruchfestigkeit) in einem einzigen Material zu nutzen, ohne deren Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Klinische Tests beweisen: OXINIUM überzeugt durch geringsten Abrieb, sehr gute Gleiteigenschaften und außergewöhnliche Festigkeit auch nach vielen Jahren. Mit OXINIUM ist es gelungen, die Verbindung zu knüpfen zwischen den guten Materialerfahrungen der Vergangenheit und den steigenden Ansprüchen an Werkstoffe und Implantate für die Medizin von heute und morgen.
Lesen Sie hier mehr zu OXINIUM

4. Rehabilitation

Es ist für Patienten sehr wichtig zu verstehen, dass besonders die ersten Wochen und Monate nach einer Operation einen sehr wichtigen Anteil ihrer langfristigen Genesung ausmachen. Die Operation selbst ist gewissermaßen nur "Schritt 1" einer Reihe von Maßnahmen, die der Patient allesamt durchlaufen muss, um dann über einen sehr langen Zeitraum zufrieden zu sein. Die Mobilisierung des Gelenks nach der Operation, die Krankengymnastik, Anschlussheilbehandlung; dass alles sind wichtige Schritte der Behandlung.

In den ersten Tagen nach der Operation ist die tägliche Krankengymnastik unter professioneller Anleitung von großer Wichtigkeit. Aber der Patient sollte es dabei nicht belassen. Fragen sie nach, welche Übungen sie auch allein zu anderen Zeiten des Tages machen können.

Manchmal müssen einige langjährige Gewohnheiten geändert werden, z.B. die Art wie man auf einem Stuhl oder Sessel sitzt. Die richtige Ernährung und (geeigneten) Sport sind ebenfalls Faktoren, mit denen Patienten ihr Operationsergebnis positiv beeinflussen können.

Als Patient muss ihnen bewusst werden, dass sie das angestrebte Ziel, die Schmerzfreiheit, die Rückkehr zu normaler Beweglichkeit, dieses Gefühl der Selbstständigkeit, welches mit voranschreitender Arthrose manchmal verloren geht, auch zu einem großen Teil selbst in der Hand haben. Eine gut verlaufende Operation ist nicht allein der Schlüssel zum Glück. Es ist natürlich ein sehr wichtiger Baustein, ebenso wie ein Implantat, welches geeignet ist, Verschleiß über viele Jahre hinweg zu widerstehen. Deshalb an dieser Stelle noch einmal der Hinweis - informieren sie sich umfassend und verstehen sie sich selbst als einen entscheidenden Faktor ihrer Heilung.





Gedruckt am 20.11.2008 um 08:42

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