Keramik
Aluminiumoxidkeramik zeichnet sich durch seine hervorragende Abriebfestigkeit aus, die deutlich über der von Cobalt-Chrom und Stahl liegt, was ebenfalls für Hüftgelenk-Köpfe eingesetzt wird. Dies ist besonders wichtig, weil Abrieb eine der biologischen Hauptursachen für Frühlockerungen von Hüftprothesen ist.
Der Werkstoff eignet sich damit unter diesem Aspekt besonders für den Einsatz als Gleitpartner. Hüftgelenksköpfe und Pfanneneinsätze aus Aluminiumoxid werden bei Hüftprothesen schon mehrere Jahrzehnte lang eingesetzt.
Wo liegen die besonderen Vorteile der Keramik: der hydrophile Charakter des Materials erhöht den Schmierungsgrad und verringert zusätzlich die Reibung. Ein weiterer Vorteil ist die überaus hohe Körperverträglichkeit, was vor dem Hintergrund von immer häufiger auftretenden Allergien von großem Vorteil ist. Es gibt bisher keine bekannten Allergien gegen Keramik.
Wo liegen die Nachteile: Ein grundsätzlicher Nachteil ist die hohe Sprödigkeit, was zu Hüftgelenkskopf- und seltener auch zu Pfanneneinsatz-Brüchen führen kann. Keramik braucht eine relativ hohe Wandstärke was die Implantate vergrößert und damit zu einem höheren Knochenverlust bei der Aufbereitung führen kann.
Als Gleitpartner für die Keramikköpfe eignen sich Pfanneneinsätze aus Polyethylene (PE) oder auch Pfanneneinsätze aus dem gleichen Werkstoff. Man spricht dann von einer Hart-Hart-Gleitpaarung bzw. Keramik-Keramik-Paarung. Der Vorteil gegenüber PE liegt ist ein noch deutlich niedrigerer Abrieb. Allerdings ist diese Werkstoffkombination deutlich empfindlicher bei Fehlbelastungen.
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