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Die verwendeten Materialien bei einem Hüftgelenksersatz

Die Hüftgelenkspfanne und der Oberschenkelkopf werden bei einem künstlichen Hüftgelenksersatz durch Komponenten aus höchst unterschiedlichen Materialien ersetzt. Dabei ist wesentlich, ob es sich um Last tragende Komponenten oder Gleitpartner handelt:

  • die Last tragenden Komponenten wie die Hüftpfanne und der Hüftschaft sind ausTitan-, Stahl-, oder Chrom-Cobalt-Legierungen
  • für die Gleitkomponenten haben sich Kunststoff, Keramik und Cobalt-Chrom-Stähle bewährt.
Die einzelnen Komponenten einer Hüftendoprothese im Detail

Die künstliche Hüftgelenkspfanne:

 Sie besteht bei einer zementfreien Anwendung in der Regel aus zwei Teilen: zum einen aus einer Schale, die direkt mit dem Knochen verbunden wird. Diese besteht in den häufigsten Fällen aus einer Titanlegierung oder aus Reintitan. In selteneren Fällen wird auch eine Cobalt-Chrom-Legierung verwendet. Zum anderen aus einem Einsatz, welcher das Gleitlager für den künstlichen Hüftkopf bildet - dieser Einsatz besteht dann aus einem speziell für die Medizin entwickelten Kunststoff - ultrahochmolekulares Polyethylen (UHMWPE). Als Gleitlager für den künstlichen Hüftkopf kommen aber auch Keramik oder Cobalt-Chrom-Legierungen in Frage.

 Im Falle einer zementierten Pfannenversorgung wird eine Kunstoffpfanne zusammen mit Knochenzement, der die Kunststoff-Pfanne fest mit dem Knochen verbindet in die vorbereitete Hüftpfanne eingesetzt.



 Der künstliche Hüftgelenksschaft: der Oberschenkelanteil des Gelenkes wird ebenfalls entweder durch einen Hüftschaft aus einer Titanlegierung, einer Kobalt-Chrom-Legierung oder auch aus Implantatstahl ersetzt.

Bei den zementierten Prothesen haben sich Cobalt-Chrom-Legierungen und bei den zementfreien Prothesen die Titan-Legierungen bewährt. Um bei den zementfreien Implantaten das Anwachsen des Knochens zu fördern, sind die Oberflächen häufig aufgeraut oder weisen eine dem Knochen ähnelnde poröse Struktur auf.

 Die künstliche Hüftkopf-Kugel besteht aus Keramik, Kobalt-Chrom-Legierung, Implantatstahl oder neuerdings auch aus OXINIUM.
Bei OXINIUM handelt es sich um einen einzigartigen neu entwickelten Werkstoff der sich speziell bei Patienten mit Allergien gegen Metalle (z.B. Nickelallergien) eignet. Der Werkstoff verbindet die positiven Eigenschaften von Keramik - nämlich höchste Verschleißresistenz - mit denen von hochfesten Metall-Legierungen. Eine Bruchgefahr, wie sie bei Keramik immer besteht, kann hier ausgeschlossen werden.

 Der Hüftoberflächenersatz: hier wird die Hüftgelenkpfanne durch ein Implantat aus einer Kobalt-Chrom-Legierung ersetzt. Die Hüftkappe, die den Oberschenkelkopf sozusagen "überkront", besteht ebenfalls aus dem gleichen Material. Diese beiden Implantatkomponenten gleiten als so genannte Metall-Metall-Gleitpaarung übereinander. Die in speziellen Verfahren hergestellten Oberflächen weisen mikroskopisch kleine keramikähnliche Kristalle auf - so genannte Karbide - diese bilden die Voraussetzung für einen minimalen Verschleiß, der eine Funktionstüchtigkeit des Gelenkes von mehr als 30 Jahren ermöglichen kann, wie entsprechende Erfahrungen belegen.



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